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Wut

Piranha Chur mit dem Rücken zur Wand

Die Mission Titelverteidigung wird für Piranha Chur immer schwerer: Gestern haben die Churerinnen in Winterthur das zweite Unihockey-NLA-Finalspiel mit 4:8 verloren und liegen nun in der Best-Of-5-Serie bereits 0:2 im Rückstand.

von Reto Voneschen (Die Südostschweiz)

 

Nach der samstäglichen 5:6-Niederlage in der Verlängerung, war die Frage, ob die Churerinnen im Auswärtsspiel eine Reaktion zeigen können. "Ja", lautete die Antwort in den ersten zehn Minuten als die Piranhas einen 2:0-Vorsprung herausspielen. "Nein", aber auch, als sie diesen innert 46 Sekunden verspielten und nach zwei Drittel gar mit 3:5 im Rückstand lagen.

 

Auch im Schlussabschnitt, als Trainer Mark van Rooden die besten Kräfte auf zwei Linien bündelte, wurde der kurze Aufschwung durch das 6:3 von Natalie Stadelmann (44.) gebremst. Zwar verkürzte Mirca Anderegg nach einem Solo auf 6:4 (53.), doch nur zwei Minuten später erhöhte Sandra Dirksen nach einem Abpraller wieder auf den Drei-Tore-Vorsprung. Als Daniela Stettler in der 58. Minute das 8:4 ins leere Tor erzielte, war die Partie endgültig entschieden. Beinahe symptomatisch, wie Stettler der Ball sechs Sekunden nach dem Churer Freischlag buchstäblich auf die Schaufel serviert wurde.

 

Fünf Gegentore in 20 Minuten


Dabei hat die Partie für Piranha Chur ausgezeichnet begonnen. Nach zwei Freistoss-Toren von Sabrina Arpagaus (4./12.) führten die Bündnerinnen rasch 2:0. In der Anfangsphase waren sie klar das bessere Team, verpassten es aber, die Führung weiter auszubauen. Das Angriffs-Feuerwerk wurde aber durch Sandra Dirksens Anschlusstreffer nur eine Minute später jäh gelöscht. Bis zur 33. Minute erhöhten die entfesselten Winterthurerinnen gar auf 5:2, ehe Ramona Gabathuler der dritte Churer-Treffer gelang (38.).

 

Chur leidet


Piranha Chur macht derzeit schwere Zeiten durch. Viele kleine Fehler summieren sich zu einem grossen: Die Churerinnen sind noch nicht im Finale "angekommen". Die Abwehr lässt sich zu schnell verunsichern und die Angriffe werden zu ungenau und zu phantasielos vorgetragen. Einzig beim Einsatz müssen sich die Churerinnen keinen Vorwurf gefallen lassen. Bis zum Schluss versuchten sie noch eine Wende zu erreichen.

 

Bei Winterthur läuft's dagegen rund. Die Zürcherinnen waren gerade gestern den berühmten Schritt schneller. Die tschechische Nationaltorhüterin Jana Christianova strahlt eine bemerkenswerte Ruhe aus und die Stürmerinnen nutzen die (zu) vielen Chancen konsequent aus. Die Devise für Chur ist ab sofort klar: Verlieren verboten. Nächsten Samstag sollte dann auch die gestern schmerzlich vermisste Corin Rüttimann (Fuss verknackst) wieder dabei sein.

 

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