Piranha Chur erwacht und hält sich im Meisterrennen
Das Rennen um den Schweizer-Meister-Titel im Frauen-Uni hockey ist neu lanciert. Piranha Chur spielte gestern entfesselt auf und besiegte die Winterthurer Red Ants verdient mit 4:3. In der Best-of-5-Serie verkürzten die Churerinnen auf 1:2.
Von Jonas Schneeberger (Die Südostschweiz)
Piranha Chur hat sich gestern im Kampf um den Schweizer-Meister-Titel im Frauen-Unihockey eindrücklich zurückgemeldet. Die Churerinnen, die am ersten Finalwochenende überraschend zweimal verloren und in der Best-of-5-Serie bedrohlich in Rücklage geraten sind, wehrten dank einer starken Leistung und dem 4:3-Sieg den ersten «Matchball» der Winterthurer Red Ants ab.
In der Schlussviertelstunde gerieten die während fast 45 Minuten überlegenen Churerinnen aber noch ins Zittern. Erneut drohte einzutreffen, was schon in den ersten beiden Finalspielen passiert war: der Einbruch nach einem Gegentreffer trotz Führung. Auslöser diesmal war Andrea Eberles Anschlusstreffer für die Red Ants in der 44. Minute. Danach brannte es einige Zeigerumdrehungen lang lichterloh vor dem Sara Vitetti im Churer Tor. Und in den Schluss sekunden mussten die Churerinnen ihren Ein-Tore-Vorsprung zu viert gegen sechs Winterthurerinnen über die Runden retten. Sandra Dirksen vergab dabei mit einem Schuss aus dem Slot die aussichtsreichste Gelegenheit für die Red Ants.
Ulber und Zwinggi sinnbildlich
Abgesehen von der Schlussviertelstunde präsentierten sich die Churerinnen gestern aber meisterlich. Sinnbildlich für die klare Steigerung gegenüber den beiden verlorenen ersten Vergleichen stand Seraina Ulber. Lief es ihr in der Finalserie bisher nicht wunschgemäss, so trumpfte sie gestern gross auf. In der dritten Minute schoss sie Piranha – mustergültig lanciert von Mirca Anderegg – in Führung. Nach nur neun Sekunden im zweiten Drittel vollstreckte sie ein zweites Mal eiskalt. Wiederum profitierte sie von einer mustergültigen Vorlage Andereggs.
Auch ansonsten lieferte Ulber eine starke Partie ab. Wie alle Piranha-Spielerinnen legte sie betreffend Einsatz – für die Winterthurerinnen spürbar und für die Zuschauer sichtbar – einen Zacken zu und setzte sich auch in der Defensive positiv in Szene.
Auch Katrin Zwinggi, wie Ulber gestern zweifach erfolgreich, verdiente sich gestern ein Sonderlob. In der 16. Minute erzielte sie in Überzahl das 2:1 für Piranha, und in der 24. sorgte sie, wiederum in Überzahl, mit dem Treffer zum 4:2 für den letztlich vorentscheidenden Zwei-Tore-Vorsprung.
Zum Schmunzeln war gestern Dirksens Fehde mit den Piranha-Spielerinnen. Die Deutsche mit der für die Gegnerinnnen unangenehm aggressiven Spielweise teilte ordentlich aus, musste dafür aber auch regelmässig einstecken.
Heute «Matchball» Nummer 2
Das Messer haben die Churerinnen trotz des ersten Sieges immer noch am Hals, die Winterthurerinnen eine Hand immer noch am Pokal. Bereits heute begegnen sich die beiden Teams zur vierten Auflage des umkämpften Duells. Für die Red Ants ist es der zweite von drei «Machtbällen», für Piranha die Gelegenheit, sich definitiv im Meisterrennen zurückzumelden.
Bild: Florian Büchting









