WM: Schweiz schlägt Finnland und trifft im Halbfinal auf Tschechien
In der 31. Begegnung gegen die amtierenden Vizeweltmeisterinnen aus Finnland feierten die Schweizerinnen erst den 8. Sieg. Nach einem nervösen Start verdienten sich die Eidgenossinnen diesen Erfolg und den Gruppensieg dank einer Leistungssteigerung in den Spielabschnitten 2 und 3, einer starken Torhüterin Laura Tomatis und der nötigen Portion Glück.
Die Schweizerinnen zeigten in dieser dritten Vorrundenpartie phasenweise schön herausgespielte Treffer und nutzten drei von vier Überzahlsituationen aus. Sarah Schwendener im Tor verbrachte einen ruhigen Nachmittag, kamen doch total nur 7 Schüsse auf ihr Gehäuse.
Nervöser Start
Die Eidgenossinnen bekundeten gegen die aggressiv auftretenden Finninnen Mühe ins temporeiche Spiel zu kommen. So hatten sie es nach 20 Minuten vor allem ihrer Torhüterin Laura Tomatis zu verdanken, dass sie nur mit 0:1 Toren hinten lagen. Mehrmals bedeutete sie für die Skandinavierinnen Endstation. In der 16. Minute parierte die UHC-Dietlikon-Akteurin zudem einen Penalty von Suomalainen. In der 18. Minute war sie allerdings beim schön herausgespielten Überzahltreffer von Merikanto auf Zuspiel von Suomalainen machtlos.
Im Angriff agierten die Schweizerinnen in diesem ersten Spielabschnitt vor dem gegnerischen Gehäuse zu ungenau. Ihre wenigen Chanen blieben ungenutzt. Einen Konter vermochten Simone Berner, Mirca Anderegg und Julia Suter (9.) beispielsweise nicht abzuschliessen, nur drei Minuten später schoss Julia Suter einen Abpraller neben das Gehäuse.
Ab dem 2. Drittel mutiger
Ab dem Mitteldrittel setzten Felix Coray und Marco Moser auf 2 Linien. In Überzahl gelang durch Natalie Stadelmann, die ihr 100. Länderspiel bestritt, der rasche 1:1-Ausgleich (22.). Das Team trat selbstbewusster auf, erhöhte das Tempo und vermochte so auch mehr Druck zu erzeugen. Auf die 2:1-Führung der Finninnen vermochten die Schweizerinnen innert 1:15 Minuten mit dem erneuten Ausgleich zu reagieren. Die Belohnung für das mutigere Auftreten gabs in der 38. Minute mit der erwähnten erstmaligen Führung. Daniela Stettler verwertete einen Abpraller erfolgreich.
Hektische Schlussphase
Ein Eigentor der finnischen Torhüterin in der 42. Minute brachte die Vorentscheidung. Die Skandinavierinnen kamen zwar rund fünfeinhalb Minuten vor Schluss noch auf 3:4 heran und ersetzten bei einer 2-Minuten-Strafe gegen die Schweizerin Silvana Nötzli ihre Keeperin durch eine 6. Feldspielerin. Doch der Ausgleich wollte nicht gelingen. „In dieser hektischen Schlussphase war auf unsere Torhüterin Laura Tomatis Verlass, sie brachte die nötige Ruhe rein“, betonte Daniela Stettler nach dem Match. So schoss Mirca Anderegg 57 Sekunden vor der Schlusssirene zum 5:3-Sieg ins leere gegnerische Gehäuse.
Tschechien erstmals im Halbfinal
Im Halbfinal vom Freitag Nachmittag um 15.15 Uhr wartet Tschechien, das sich dank einem 6:2-Triumph über Norwegen erstmals an einer WM überhaupt unter die letzten 4 vorschob. In den bisherigen Weltmeisterschaften hatte sich neben Schweden, Finnland und der Schweiz einmal Lettland (2007) und fünftmal Norwegen (1997, 99, 2001, 2003 und 2005) den Platz in den Top 4 gesichert.
Auf der internationalen Unihockey-Bühne der Männer gehören die Tschechen bereits seit mehreren Jahren zu den international besten Vier.
Gegen Tschechien weist das Schweizer Damennationalteam eine positive Bilanz aus: In den bisherigen 23 Begegnungen gab es 18 Siege, 3 Unentschieden und nur 2 Niederlagen. Die Chancen stehen somit gut, dass die Schweizerinnen zum 4. Mal nach 1999 und 2003 (jeweils Silber) und 2005 (Gold) das WM-Finale erreichen.
Edith Bussard
© swiss unihockey
Bilder: Florian Büchting
Telegramm
Finnland – SCHWEIZ 3:5 ( 1:0, 1:3, 1:2 )
Bombardier-Arena, Västeras
Schiedsrichter: Bartosek/Bartosek (Tsch).
Zuschauer: 432
Tore: 18. Merikanto (Suomalainen/Ausschluss Hofstetter) 1:0. 22. Stadelmann (Berner/Ausschluss Kokko) 1:1. 28. (27:42) Ukkonen (Vartiainen) 2:1. 29. (58:57) Gabathuler (Stadelmann) 2:2. 38. Stettler (Nötzli) 2:3. 42. Eigentor Finnland 2:4. 55. Alina Kujala 3:4. 60. (59:03) Anderegg (Stadelmann/Ausschluss Nötzli!/ins leere Tor, Finnland mit 6 Feldspielerinnen) 3:5.
Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Finnland, 3-mal 2 Minuten gegen die Schweiz.
Finnland: Mäkelä; Kokko, Peltokangas; Vartiainen, Morottaja; Karoliina Kujala, Elina Kujala, Salminen; Suoreijus, Ukkonen, Suomalainen; Alanko, Korhonen, Merikanto; Alen.
SCHWEIZ: Tomatis; Gabathuler, Berner; Hofstetter, Arpagaus; Zimmermann, Nötzli; Morf, Stadelmann, Anmderegg; Suter, Rüttimann, Benz; Stettler, Stella, Schäfer.
Bemerkungen: 12. Pfostenschuss Finnland. 16. Tomatis hält Penalty von Suomalainen. Schweiz ab dem 2. Drittel mit 2 Blöcken (Nötzli für Arpagaus in der Verteidigung und Stettler für Benz im 2. Sturm). 57 :00 – 59 :03 Finnland ohne Torhüterin und stattdessen mit 6 Feldspielerinnen. - Natalie Stadelmann vor dem Match für ihr 100. Länderspiel geehrt. – Schweiz ohne Casutt (verletzt/heimgereist); Ulber und Vögeli und Schwendener Ersatz.









